Vorhersehbare Ereignisse werden Kindern immer und immer wieder begegnen. Durch das Beobachten von Wiederholungen kann sich das Kind bereits auf das Geschehen einstellen und eine Erwartungshaltung entwickeln. Wenn Kinder eine Aktion eines Spielzeugs beobachten, erkennen sie das Muster und beginnen mit der Zeit, vorauszuahnen, was als Nächstes passieren wird. Das Erwarten vorhersehbarer Ereignisse ist eine erste Basis für die Fähigkeit zur Problemlösung. Sobald ein Kind zukünftige Ereignisse erahnen kann, kann es sein eigenes Verhalten entsprechend ändern, um Probleme zu lösen. Darüberhinaus ist bereits das Erkennen von Ordnung und Reihenfolge eine wichtige Fertigkeit. Um zum Beispiel später eimal richtig buchstabieren zu können, muss das Kind verstehen, dass Buchstaben in einer gewissen Folge verwendet werden müssen, um einen Sinn zu ergeben,
Über einen guten Gleichgewichtssinn zu verfügen, ist eine wichtige Fähigkeit - nicht nur, wenn die Kinder aktiv und auf den Beinen sind, sondern auch, wenn sie stillsitzen sollen. Um einen guten Gleichgewichtssinn zu entwickeln, müssen Kinder das Verhältnis zwischen ihrem Körper und der Schwerkraft verstehen. Sie müssen sich auf verschiedene Arten bewegen, um das Gleichgewichtssystem - eine Reihe von mit Flüssigkeit gefüllten Bogengängen im Innenohr - zu aktivieren. Einige Kinder, die über einen gering ausgeprägten Gleichgewichtssinn verfügen, werden manchmal unruhig und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Die Entwicklung des Gleichgewichtssinns ist ein wesentlicher Bestandteil in der Entwicklung des Kindes und Basis für viele Fähigkeiten - wie z.B. die Konzentrationsfähigkeit, das Stillsitzen in der Klasse und das Fahrradfahren.
Ein Kind lernt seine Umwelt kennen, indem es zunächst ein Grundverständnis für seinen eigenen Körper entwickelt, d.h. wie er sich in die Umgebung einfügt, bewegt und auf diese reagiert. Das Erkennen und Verstehen der eigenen Körperteile und zu wissen, wie diese aussehen, trägt zum Verständnis des eigenen Selbstbilds bei. Spielzeuge mit Gesichtszügen und Körpern helfen Kindern dabei, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wo sich die entsprechenden Körperteile bei dem Spielzeug, bei anderen Menschen und auch bei sich selbst befinden.
Bindungen zu bekannten Dingen und Menschen sind wichtig für Kinder, damit sie sich geliebt und sicher fühlen können und lernen, zu Menschen in ihrem Umfeld eine Bindung und Beziehung aufzubauen. Kinder entwickeln dadurch auch ein Verantwortungsbewusstsein. Positive Bindungen zu Menschen und Dingen spielen bei kleinen Kindern eine enorme Rolle für die Entwicklung eines Sicherheitsgefühls. Kinder lernen am besten, wenn sie in einer entspannten, liebevollen und positiven Atmosphäre aufwachsen.
"Wenn ich diesen Knopf drücke, kann ich die Bälle springen lassen!" "Wenn ich diesen Knopf drehe, taucht der Panda auf!" Kinder lernen durch Versuche, dass ihre Aktionen bei anderen Dingen Reaktionen auslösen. Sobald das Kind dies erkennt, kann es lernen, Geschehnisse zu kontrollieren und erkennt, dass seine Handlungen die Ergebnisse beeinflussen. Das Verstehen von Ursache und Wirkung ermuntert Kinder nicht nur, ihr Spiel zu kontrollieren, sondern hilft ihnen auch herauszufinden, wie viele Alltagsgegenstände funktionieren - vom Lichtschalter bis zum Wasserhahn!
Die Welt steckt voller nützlicher und interessanter Informationen, die Kinder nicht unmittelbar erfahren können. Wenn Kinder diesen Ideen begegnen, müssen sie ihre Fantasie und Vorstellungskraft sowie ihre bisher gemachten Erfahrungen dazu verwenden, um ihr Denken zu erweitern. Mit Hilfe dieser Verbindungen lernt ein Kind, abstrakt zu denken und seine Gedanken an Erfahrungen zu orientieren, die es bereits gemacht hat. Zum Beispiel können Kinder die Welt der Atome, das Konzept der Unendlichkeit und die Zeit, in der die Dinosaurier die Erde bevölkerten, nicht direkt selbst erleben. Diese Vorstellungen sind nicht Bestandteil ihrer eigenen, unmittelbaren und physischen Realität. Durch Spielerlebnisse, die auf diesen Vorstellungen aufbauen, können Kinder abstrakte Konzepte erleben und Zusammenhänge schaffen. Konzeptionelles Denken ist eine wichtige Fähigkeit, die Kinder ihr ganzes Leben lang brauchen - gleichgültig, ob sie Atome und Teilchen studieren, komplizierte Matheaufgaben lösen oder sich das Leben auf anderen Planeten vorstellen.
Kinder lernen, wie viel Kraft erforderlich ist, um Dinge zu schieben, zu ziehen oder zu bewegen. Informationen werden laufend von den Muskeln, Sehnen und Bändern an das Gehirn weitergegeben - wie weit ist das Kind von anderen Gegenständen entfernt (Position)? Und wie viel Kraft muss es aufwenden (Kraft)? Im Laufe der Zeit und durch Spielen lernen Kinder, diese Fähigkeiten zu verbessern. Spielzeuge, die Kinder zum Schieben, Ziehen und Hantieren anregen, helfen ihnen, ihre eigene Kraft einzuschätzen und abzuschätzen, wie viel dieser Kraft anzuwenden ist. Die Kontrolle über die Muskelkraft erleichtert es den Kindern, auf einem Stuhl zu sitzen ohne herunterzufallen, einen Buntstift aufzudrücken, ohne diesen abzubrechen und sich in Räumen zu bewegen, ohne sich dabei anzustoßen.
Krabbeln gehört zu den Grundbewegungsabläufen. Wenn Kinder krabbeln, lernen sie, dass ihr Körper zwei Seiten hat und jede sich unabhängig von der anderen bewegen kann. Krabbeln fördert die Stärkung der Muskulatur, hilft bei der Entwicklung der grobmotorischen Fähigkeiten und fördert den Beginn der Entwicklung der visuellen Geschwindigkeitseinschätzung. Außerdem entwickeln Kinder beim Krabeln um oder über verschiedene Hindernisse eine erste Tiefenwahrnehmung.
Neugeborene können zunächst nicht sehr weit sehen und ihre Augenbewegungen sind häufig wahllos und unkoordiniert. Die Muskulatur der Augen benötigt viel Übung, bis die Augenbewegungen flüssig werden. Das Beobachten von Gegenständen, die sich von einer Seite zur anderen bewegen und aus der Nähe in die Ferne wandern, hilft Babys dabei, ihre Blickbewegung zu trainieren und fördert die Fitness der Augen. Kinder, die viel Zeit mit starrem Blick vor dem Fernseher oder dem Monitor verbringen, benötigen besonders viel Übung mit langsamen Augenbewegungen, um diese zu trainieren. Sanfte, flüssige Augenbewegungen sind sehr wichtig für das Erlernen späterer Fähigkeiten wie das flüssige Lesen.
Die Feinmotorik umfasst die kleinen, feinen Muskelbewegungen, die für das Ausführen von Aufgaben benötigt werden, die Präzision erfordern. Die Entwicklung der Feinmotorik erfordert viel Übung durch Aufheben kleiner Gegenstände, Einfädeln und das Wegdrücken oder Wegziehen von Dingen. Für die feinmotorische Entwicklung müssen Kinder zunächst grobmotorische Fähigkeiten entwickeln (große Muskelbewegungen), die Fingermuskulatur stärken und viele Oberflächen und Beschaffenheiten kennenlernen. Indem Kinder vielen taktilen Empfindungen ausgesetzt werden, können sie auf das Trainieren ihrer feinmotorischen Fähigkeiten vorbereitet werden. Die Feinmotorik ist die Basis für eine Reihe späterer Fähigkeiten, wie das Halten von Stiften und Pinseln sowie von Messer und Gabel.
Ein gesunder Körper ist der Schlüssel zu einem gesunden Geist! Kinder brauchen keine Fitnesscenter, um fit zu werden - sie werden fit durch Springen, Bewegung und Spiel. Fitte Kinder sind typischerweise in der Lage, länger bei einer Aufgabe zu bleiben, sich besser zu konzentrieren, sind gewöhnlich weniger oft müde und motivierter. Fitness kann Kinder sogar dabei unterstützen, ein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen aufzubauen - die Vorstellung alles erreichen zu können fällt leichter, wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt. Spielzeuge, die zu sportlichen Tätigkeiten anregen, eignen sich hervorragend, um Fitness, Gesundheit und Selbstvertrauen aufzubauen. Außerdem können Kinder durch körperliche Aktivitäten das Adrenalin in ihrem Körper spüren. Diese Adrenalin-Erfahrungen sind wichtig, da sie auf diese Weise darauf vorbereitet werden, als Erwachsene mit Stress umzugehen und schnelle Entscheidungen zu treffen.
Die Grundmotorik ermöglicht es dem Körper, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Diese körperlichen Fähigkeiten entwickeln sich von einfachen bis hin zu komplexeren Bewegungen und erfordern vielfaches Ausprobieren, bevor sie gemeistert werden. Mit Übung entwickeln sich frühe Fähigkeiten wie Krabbeln, Gehen und Springen zu schwierigeren Bewegungen wie Hopsen und Tänzeln. Je aktiver ein Kind ist, desto wahrscheinlicher wird es eine gute Grundmotorik entwickeln.
Die Grobmotorik, d.h. die großen Muskelbewegungen, wird vor der Feinmotorik entwickelt. Kinder lernen zunächst, Kopf und Oberkörper zu kontrollieren, gefolgt vom Rumpf und den Armen und schließlich die feinen Bewegungen der Hände und Finger. Experten nennen dies die "cephalacaudale" (von oben nach unten) und "proximodistale" (von innen nach außen) Motorikentwicklung. Aktivitäten, die zum Einsatz der großen Muskelgruppen anregen, sind wichtig für die Entwicklung der grobmotorischen Fähigkeiten.
Das Zusammenspiel von Händen und Augen, bzw. die Hand-Augen-Koordination ist eine Fähigkeit, die viel Übung erfordert. Eine gute Hand-Augen-Koordination ist eine wichtige Grundfertigkeit - sie ist erforderlich bei verschiedensten Aufgaben, wie z.B. das Halten eines Bleistifts, beim Malen oder beim Treffen des Balls mit einem Schläger.
Fantasie ist grenzenlos! Fantasie ist die Fähigkeit, Bilder und Gedanken über Dinge, Menschen und Orte zu formen, ohne diese selbst erlebt oder besucht zu haben. Fantasievolle Gedanken basieren vor allem auf Spielerinnerungen und auf vielen anderen Erlebnissen. Durch Erinnerungen an Erlebnisse entwickeln Kinder ein visuelles Gedächtnis. Das visuelle Gedächtnis entwickelt sich beim Spiel und ist wichtig, um später lesen und fantasievolle Geschichten schreiben zu können. Die Fantasie bildet die Basis für das Verlassen üblicher Denkmuster. Manchmal ist es für Kinder, die wenig Zeit mit Fantasiespielen verbringen, schwierig, in ihr eigenes Spiel einzutauchen. Als Folge spielen sie möglicherweise nicht gerne alleine und ziehen es vor, mit einem Erwachsenen oder einem anderen Kind zu spielen, die ihre Gedanken anregen.
Die Sprache ist eine komplexe Fertigkeit, die in verschiedenen Stufen entwickelt und verfeinert wird. In der frühsprachlichen Entwicklungsstufe ahmen Kinder Mundbewegungen und Geräusche nach. Das Nachahmen von Geräuschen lehrt Kinder die Mundstellung, trainiert wichtige Muskulatur rund um den Mund und hilft ihnen, Klänge zu unterscheiden. Dies ist der Beginn der Sprachentwicklung.
Wenn Kinder größer werden, hilft Musik beim Erlernen der Sprache, da die Wiederholungen und das Erleben den Lernerfolg verstärken. Das Singen und Bewegen zur Musik ist ein tolles Lernhilfsmittel.
Das gemeinsame Spiel mit anderen ist ein weiteres wichtiges Hilfsmittel für die Sprachentwicklung. Beim Spiel sprechen Kinder über ihre Spielzeuge, deren Umgebung und entdecken die konzeptionelle Sprache, wenn sie dabei Worte wie "vorwärts, rückwärts, hoch und runter" hören. Kinder verwenden und lernen dadurch auch wichtiges neues Vokabular. Da es für Kinder wichtig ist, Wörter (z.B. "oben") zunächst in physischer Form kennenzulernen, bevor sie diese in symbolischer Form (geschrieben) verstehen können, ist die spielerische Erfahrung die beste Möglichkeit, diese zu erlernen.
Es ist wichtig, sich nochmals bewusst zu machen, dass Wiederholungen und Erfahrungen den Schlüssel zum Spracherwerb darstellen - je häufiger ein Wort wiederholt wird, desto wahrscheinlicher versteht es ein Kind.
Das Erinnerungsvermögen gibt uns die Möglichkeit, uns an Informationen oder Erlebnisse unseres Alltags zu erinnern. Der Erinnerungsvorgang ist komplex, bei dem nicht nur das Gehirn, sondern der gesamte Körper involviert ist. Zum Beispiel kann man sich leichter erinnern, wenn das Erlebnis ein sensorisches Erlebnis ist. Etwas sehen, hören, tun, schmecken oder fühlen verstärkt die Erinnerung daran. So kann der Duft Ihres Leibgerichts Erinnerungen an den Ort wecken, an dem Sie es gegessen haben, an die Person, mit der Sie dort waren oder an Ereignisse, die Sie zu jener Zeit erlebt haben. Diese sensorischen Botschaften werden im Gehirn abgespeichert.
Sobald wir etwas Neues lernen, ist es wichtig, das neue Erlebnis zu studieren und es immer wieder zu tun oder zu sagen. Diese Wiederholungen stärken die Verbindungen im Gehirn und erleichtern den Erinnnerungsvorgang. Das ist auch der Grund, warum Kinder häufig betteln: "nochmal, nochmal!". Die Fähigkeit, sich an Anweisungen, an Reihenfolgen oder Muster zu erinnern (z.B. das Zählen) muss ebenfalls trainiert werden. Einige Spielzeuge können Kinder dabei unterstützen und bieten die Möglichkeit, ein Konzept zu erleben und dabei Erinnerungen entstehen zu lassen. Zum Beispiel kann das laute Zählen bis drei während des Zeigens auf 3 Buntstifte Ihrem Kind dabei helfen, zu verstehen, dass dort drei reale Dinge liegen (Buntstifte) und sich später daran zu erinnern. Dies wiederum hilft ihnen die "Dreiheit von Drei" oder das Konzept der Drei zu verstehen. Das Verständnis wird verstärkt, indem Sie durch Mitzählen das Konzept als reales Erlebnis darstellen und es auf diese Weise Ihrem Kind visuell sowie auch auditiv (durch das laute Zählen) eingeprägt wird. All diese Erlebnisse verbinden die Erinnerung mit der Bedeutung.
Spielen bietet auch einen bedeutungsvollen emotionalen und sensorischen Kontext, durch den neue Erinnerungen entstehen können. Kinder können neue gesehene, gehörte und erlebte Informationen mit dem Spielvergnügen in Verbindung bringen. Wenn Sie während des Spiels mit dem Kind sprechen, kann dies die Erinnerung an neue Informationen verstärken. Wenn Kinder etwas laut wiederholen, hilft es ihnen, sich die Informationen besser einzuprägen. Indem Sie also das Kind bitten, zu wiederholen, wozu Sie es gerade eben aufgefordert haben, können Sie ihm dabei helfen, sich zu erinnern und seine Aufgabe zu erledigen.
Vor allem helfen all diese Sinneserlebnisse bei der Entwicklung des Gedächtnisses.Das Erinnerungsvermögen ist eine Fähigkeit, die Kinder in vielen Bereichen ihres Lebens benötigen - vom Erinnern an das Alphabet bis zum Erinnern an die eigene Adresse.
Die Fähigkeit, mit verschiedenen Körperhälften und Körperteilen gleichzeitig verschiedene Bewegungen zu machen, ist eine erlernte Fertigkeit, die Kinder im Laufe der Zeit entwickeln. Für kleine Kinder ist es schwierig, mit der rechten Hand quer über ihren Körper zu fassen, um nach etwas auf der linken Seite zu greifen. Erst wenn sie ein Verständnis für die Mittellinien entwickelt haben, lernen Kinder die Koordination beider Körperhälften und zwischen den beiden Gehirnhälften entstehen neue Verbindungen.
Es gibt drei Mittellinien, die sich durch die Körpermitte ziehen: Eine Linie, die die linke von der rechten Körperhälfte trennt, eine, die Ober- und Unterkörper trennt und eine dritte, die die Körpervorderseite von der Körperrückseite trennt. Das Bewusstsein dieser Mittellinien ist wichtig, denn es ermöglicht Kindern, die Bewegungen beider Körperhälften miteinander zu koordinieren. Sobald die Mittellinienbewegungen erworben wurden, zeigt sich die bevorzugte Schreibhand Ihres Kindes.
Wenn Kinder älter werden, beginnen sie zu verstehen, dass Dinge oder Menschen, die nicht mehr zu sehen sind, nicht zwangsläufig für immer verschwunden sind. Sobald ihnen bewusst wird, dass Dinge noch existieren, auch wenn sie nicht mehr sichtbar sind, dann verstehen sie die "Objektbeständigkeit". Kinder lernen die "Objektbeständigkeit" kennen, wenn sie Spiele wie "Guck-guck" spielen, Dinge in andere Gegenstände hineinstecken, damit sie nicht mehr zu sehen sind oder ein Spielzeug finden, das verschwunden war. Das Verstehen der "Objektbeständigkeit" bildet die Grundlage für das Vorhersehen von Ereignissen, weckt Neugier und hilft bei der Problemlösung.
Das Aufheben von Gegenständen und zu lernen, diese wieder loszulassen, kann knifflig sein. Solange Kinder noch klein sind, greifen sie mit der ganzen Hand nach Dingen. Erst wenn die Feinmotorik besser entwickelt ist, lernen sie, Gegenstände mit Zeigefinger und Daumen zu ergreifen. Experten nennen das Ergreifen der Objekte auf diese Weise den "Pinzettengriff" und es die gleiche Fertigkeit, die das Kind übt, wenn es seinen Toast nimmt und den Hochstuhl herunterwirft. Die Entwicklung des Pinzettengriffs ist eine wichtige feinmotorische Fähigkeit und ein Meilenstein in der Entwicklung des Kindes. Der Pinzettengriff bildet außerdem die Basis für viele andere Aufgaben, die Präzision erfordern, wie das Halten eines Stiftes oder eines Pinsels.
Problemlösung ist eine wichtige Fähigkeit und sie beginnt beim Spielen. Wenn man Kindern die Möglichkeit gibt, während des Spiels eigene Entscheidungen zu treffen, beginnen sie, eine unabhängige Denkweise zu entwickeln. Sie entwickeln die Fähigkeit zur Problemlösung und fangen an, die Konsequenzen ihrer Entscheidung zu verstehen - positive wie auch negative. Selbständiges Denken ist wichtig für Kinder, sodass sie, wenn sie älter werden, nach und nach ihre eigenen Entscheidungen treffen können.
Kindern lieben es, die Handlungen der Erwachsenen nachzuahmen und in ihre Welt einzubinden. Experten bezeichnen dies als "Rollenspielverhalten". Für Kinder sind Rollenspiele sehr wichtig und sie genießen es außerdem, Dinge zu tun, die Erwachsene tun. Dabei lernen sie am besten durch eigene Erfahrungen, d. h. durch den Einsatz ihrer Sinne. Durch Sehen, Hören, Fühlen, Berühren und Schmecken - d.h. indem sie Dinge "tun" - haben Kinder die Möglichkeit, ihre Sinne in den Lernprozess einzubinden und somit einen besseren Lernerfolg zu erzielen. Rollenspiele sind ebenfalls eine großartige Möglichkeit, um neues Vokabular zu erlernen, da Kinder ein bestimmtes Wort im richtigen Kontext verwenden und neue Wörter lernen. Sie helfen auch dabei, sich mit neuen Situationen vertraut zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Und letztlich tragen Rollenspiele dazu bei, spielerisch ein Selbstvertrauen aufzubauen und gleichzeitig das Verständnis für die Umwelt und die Mitmenschen zu verstärken. Das Rollenspiel kann außerdem zur Entwicklung von Selbstwertgefühl beitragen, die emotionale Entwicklung von Kindern fördern, indem sie andere Kinder und Erwachsene an ihrem Rollenspiel teilhaben lassen, und die Kinder auf ihre Rolle und Verantwortung im späteren Leben vorbereiten.
Kinder lieben es, Gegenstände in andere Objekte hineinzustecken und auch ihren eigenen Körper irgendwo hineinzuquetschen. Hierbei lernen sie etwas über Raumverhältnisse kennen und erfahren, wie viel Raum sie selbst einnehmen. Dies nennt man das "räumliche Wahrnehmungsvermögen".Kinder müssen ein räumliches Wahrnehmungsvermögen besitzen, um herauszufinden wie sie sich und Gegenstände bewegen müssen, ohne dabei gegen andere Dinge zu stoßen. Wenn Kinder versuchen, Dinge zu bewegen und an verschiedenen Plätzen zu verstauen, lernen sie die räumlichen Konzepte der Ausrichtung (wie Dinge gedreht werden müssen) und der Beständigkeit (die Tatsache, dass Dinge anders aussehen, wenn sie anders ausgerichtet sind, aber dennoch dieselbe Form haben) kennen. Kinder mit gering ausgeprägtem räumlichen Wahrnehmungsvermögen sind möglicherweise tapsig und stoßen häufig gegen Dinge, malen über den Rand oder schreiben oberhalb und unterhalb der Zeilen.
Der Tastsinn ist der Sinn, durch den die Kleinen in der frühen Kindheit am meisten lernen. Die Haut verfügt über Millionen von Sensoren, die es Kindern in jeder Minute ermöglichen, unzählige sensorische Erlebnisse zu erfahren und zu interpretieren. Mit Hilfe dieser Sensoren können Kinder über die Strukturen von Oberflächen und über den Tastsinn ihre Umwelt kennenlernen. Durch das Fühlen verschiedener Oberflächen auf der Haut werden Informationen an das Gehirn gesandt. Taktile Wahrnehmungsspiele ermöglichen es Kindern, Informationen über Größen, Formen, Oberflächen und Längen zu erhalten - Informationen, die ihnen dabei helfen, einen Sinn für ihren Körper und den Raum zu entwickeln. Zunächst merkwürdig wirkende Tastspiele sind wichtig für die Entwicklung der Feinmotorik, da hierdurch die Finger- und Handmuskulatur aufgebaut wird.
Das Einschätzen von Entfernung und Zeit, das Experten "visuelle Geschwindigkeitseinschätzung" nennen, ist eine komplexe Fähigkeit, die viel Zeit erfordert, um vollständig entwickelt zu werden. Aus diesem Grund ist es für Kinder wichtig, diese so früh wie möglich zu erlernen. Kinder, die über eine gute visuelle Geschwindigkeitseinschätzung verfügen, können beurteilen, wie schnell sich Dinge bewegen und ihre eigenen Bewegungen mit der Geschwindigkeit eines Objektes in Einklang bringen. Die visuelle Geschwindigkeitseinschätzung ist die gleiche Fähigkeit, die Kinder später benötigen, wenn sie die Geschwindigkeit eines Autos abschätzen, bevor sie die Straße überqueren oder wenn sie mit ihrer ersten Kindermannschaft antreten.
Die Wachzeit, die das Baby auf dem Bauch und auf der Seite liegend verbringt, ist heutzutage besonders wichtig, da zur Vorbeugung gegen den plötzlichen Säuglingstod bei schlafenden Babys die Rückenlage empfohlen wird. Babys sollten einen großen Teil ihrer Wachzeit auf dem Fußboden verbringen, wo sie die Möglichkeit haben, sich auf den Bauch oder auf die Seite zu rollen, um zu spielen. In diesen Positionen wird die Muskulatur gestärkt und das Wachstum gefördert. Wenn Kinder auf dem Fußboden liegen, haben sie die Möglichkeit, sich von vorne nach hinten zu rollen und ihren Kopf zu heben, was zur Stärkung der Hals-, Arm- und Oberkörpermuskulatur beiträgt. Die Entwicklung dieser Muskeln ist eine wichtige Basis zum Krabbeln, um sich auf dem Fußboden fortzubewegen und für andere grobmotorische Fähigkeiten.
Die Fähigkeit, visuelle Informationen zu sortieren und zu interpretieren, bzw. die Fähigkeit zur "visuellen Unterscheidung", wird entwickelt, wenn Kinder lernen, bei Formen, Menschen, Spielzeugen und Alltagsgegenständen Unterschiede zu erkennen. Sobald Kinder unterschiedliche Gegenstände und Formen sehen, lernen sie nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu schauen. Zum Beispiel erfahren sie, dass Stühle, obwohl sie in vielen verschiedenen Größen, Designs und Formen existieren, immer Stühle sind, auf die man sich setzen kann. Die Fähigkeit zur visuellen Unterscheidung ist wichtig, um das Lesen und Schreiben zu lernen, da Schulkinder zwischen den unterschiedlichen Formen der Buchstaben unterscheiden können müssen - z. B. der Unterschied zwischen "A" und "a".