SPIEL & SPASS: 6 BIS 12 MONATE

Ihr Baby hat nun den Meilenstein 1. Halbjahr erreicht. Es kann sich aufsetzen, an Spielen teilnehmen, geräuschvoll auf sich aufmerksam machen und nach Dingen greifen, die es aufheben möchte. Doch zu Ihrer beiden großen Freude: Es ist in Bewegung.

Mit ungefähr 6 Monaten robbt es sich vielleicht auf dem Bauch vor. Viele Babys aber überspringen diese Stufe und rutschen auf allen Vieren – ein erster Hinweis auf das spätere Krabblen. Es brabbelt, quiekt und interagiert mit Ihnen. Nun ist es auch an der Zeit, von der Baby-Badewanne auf die große Badewanne umzusteigen, denn nun wird Wasser zu einer endlosen Quelle für jede Menge Spielspaß.

Mit 7 und 8 Monaten kann sich Ihr Schatz eventuell schon selbst mit Keksen füttern und meckern, wenn Sie etwas wegstellen, was er gerne hätte. Krabbelt Ihr Baby bereits, so beginnt es vielleicht nun damit, sich selbst an Gegenständen hochzuziehen, um sich aufzurichten und um Möbel herumzulaufen. Seien Sie nicht überrascht, wenn es zum Sonnenschein aller wird – nun, da es beginnt, zu winken, zu klatschen und zu reagieren, wenn sein Name gerufen wird.

Wenn der erste Geburtstag bevorsteht (Sie werden sich wundern, wie schnell er da ist), liegt Ihrem Kind das erste Wort bereits auf der Zunge – sofern es dies nicht schon gesagt hat. Krach machen gehört jetzt zu einer der Lieblingsbeschäftigungen und es kann sich wirklich an einem gemeinsamen Spiel mit Ihnen beteiligen.

Während dieser Phase werden Sie feststellen, dass Ihr Kind von Neuem fasziniert ist. Spiele, die das Bekannte (also Sie) mit etwas Überraschendem (z.B. etwas aufzudecken und zu enthüllen) kombinieren, sind besonders aufregend. Bereiten Sie sich darauf vor – auch in dieser Phase stehen jede Menge “Guck-guck“-Spiele auf dem Programm.

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Sprache:

Zwischen 6 und 12 Monaten entwickeln sich die Sprachfertigkeiten Ihres Kleinkinds mit rasender Geschwindigkeit. Brabbelkombinationen mit Vokal und Konsonant, wie z.B. “Ba-ba-ba”, machen vielleicht Platz für einen weiteren Meilenstein: Babys erstes Wort. Bald schon glauben Sie, Worte wie “Mama” oder “Papa” zu hören, und ungefähr in der Mitte dieser Phase wird Ihr Kind unweigerlich die Bedeutung des Wortes “Nein“ verstehen. Geht Ihr Kind dann auf das Alter von 1 Jahr zu, wird es auf Ihre Anweisungen – wie z.B. “Lege das hin“ reagieren können. Um den ersten Geburtstag herum hören Sie dann wahrscheinlich wirklich “Mama” oder “Papa” und Ihr Kind überrascht Sie mit ein oder zwei weiteren Wörtchen.

P.S.: TWenn Ihr Kind das erste Mal “Mama” oder “Papa” sagt, wird dies rein zufällig sein. Doch durch die Aufregung und Freude, die Sie verständlicherweise verbreiten werden, wenn Sie es das erste Mal hören, wird Ihr Kind schnell verstehen, dass es Ihr Name ist.



Feinmotorik:

Nun ist die Zeit gekommen, in der Ihr Kind den Pinzettengriff (d. h. mit Zeigefinger und Daumen Dinge zu greifen) verbessert. Das Aufheben von Würfeln, kleinen Bällen und Spielzeugen wird zur Routine. Das bedeutet aber auch, dass Ihr Kind kleine Dinge aufhebt, die versehentlich auf dem Boden liegen, also geben Sie bitte Acht. Das Ergreifen und Aufnehmen wird weiter geübt und mit ca. 12 Monaten kann Ihr Schatz vielleicht schon einen Plastikbecher halten, winken und klatschen. Während der Essenszeit in dem Kinderstuhl wird sein Lieblingsspiel sein: “Ich lasse es fallen und Mami hebt es auf!“
P.S.: Dies ist der richtige Zeitpunkt für eine “Wunderschachtel”. Füllen Sie sie mit vielen kindersicheren Dingen zum Drücken, Berühren und Greifen, die die kleinen Fingerchen erforschen können.



purplebullet Grobmotorik:

Sitzen, rutschen, krabbeln – während dieser Zeit durchlaufen die grobmotorischen Fähigkeiten Ihres Kindes eine bedeutende Entwicklung. Die nächste Stufe ist das Laufen!
P.S.: BAm Ende dieser Entwicklungsstufe sind viele Kinder bereits im Begriff, das Laufen zu erlernen. Andere Kinder aber konzentrieren sich zuerst auf die Sprache. Seien Sie nicht traurig, wenn zuerst nur eine Sache geschieht.



purplebullet Soziale und emotionale Entwicklung:

Ihr Baby reagiert mit Gurren und Plappern, wenn es seinen Namen hört und genießt es, mit jedem in der Umgebung zu interagieren. Zur Begrüßung und zum Abschied zu winken ist eine neu erworbene Fähigkeit. Außerdem spielt es gerne Seite an Seite mit anderen Babys gleichen Alters. Nun kann es aber auch vorkommen, dass Ihr Baby “fremdelt“.
P.S. Die Phase des Fremdelns kann für Sie als Eltern schwierig sein, doch es ist ein Zeichen kognitiver Entwicklung. Zuerst waren Menschen für Ihr Kind untereinander austauschbar. Doch nach einiger Zeit hat es gelernt, Vertrauen und Bindungen zu den Menschen aufzubauen, die ihre primären Bezugspersonen sind. Es hat begonnen zu verstehen, wenn Sie da sind – und wenn nicht. Die Tatsache, dass Ihr Kind nun die Erfahrung mit der Angst und dem Fremdeln macht, zeigt, dass es lernt, Menschen zu differenzieren.





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BELIEBTE SPIELSACHEN
  • Spielzeuge, die die Entwicklung der Grobmotorik fördern: Activity-Spielzeug für das Spielen im Sitzen (toll, wenn es sich langsam dreht), Spielzeug, das durch einen Selbstantrieb zum Hinterherkrabbeln motiviert, Stapelspielzeug, Schiebespielzeug, das zum Laufen anregt (z.B. Spiel-Rasenmäher), Lauflernspielzeug und Aktions- und Reaktionsspielzeug (z.B. mit Drückfunktion).
  • Spielzeuge, die die Entwicklung der Feinmotorik fördern: große, weiche Steckwürfel, Activity-Spieldecken für den Boden, Spielbälle mit vielen Greifmöglichkeiten, Spielzeug mit Spielanhängern, Hüpfsitze, Spielzeugleisten für den Buggy oder die Schaukel, Spielzeug für die Badewanne, babygerechte Musikinstrumente, Förmchensortierer, Holzpuzzles mit großen Puzzleteilen.
  • Spielzeuge, die die Entwicklung von Bindung und Beziehungen fördern: Kleine Stofftiere, Puppen und Tuchpüppchen.
  • Spielzeuge, die die Entwicklung der Hand-Augen-Koordination fördern: Rasseln, Überraschungspielzeug zum Drücken, Förmchensortierer, Stapelspielzeug, Schachtelspielzeug, Fingerpuppen, Bücher und Aufklappbücher.


  • Eine Liste aller altersgerechten Playskool-Spielzeuge finden Sie hier.

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WAS EXPERTEN DAZU SAGEN

“Setzen Sie Ihre Fantasie ein. Haben Sie keine Angst davor, sich selbst etwas auszudenken oder zu erfinden. Verwenden Sie verschiedene Spielzeuge, die Ihr eigenes Kind am besten ansprechen.“
—Dr. Richard C. Woolfson, Intelligente Kleinkinder: Die Entwicklung Ihres Kindes verstehen und fördern (Bright Toddler: Understand and Stimulate Your Child’s Development)

“Traditionell wie Erbstücke, so zauberten Spiele wie Guck-guck oder das Spiel vom kleinen Schweinchen schon dem Baby Ihrer Urgroßmutter ein vergnügtes Quieken ins Gesicht, und sie schaffen bestimmt dasselbe auch bei Ihrem eigenen Kind. Doch solche Spiele können mehr als nur unterhalten; sie verbessern die Fähigkeit zu sozialem Verhalten, vermitteln Konzepte wie z.B. das der Objektbeständigkeit (Guck-guck-Spiele), der Koordination von Wort und Handlung (Imse, Wimse, Spinne), Zählfertigkeiten (eins, zwei, drei) und der Sprache (Augen, Nase, Mund).
—Heidi Murkoff, Sharon Mazel, Arlene Eisenberg and Sandee Hathaway, B.S.N., Was man im ersten Jahr erwarten kann (What to Expect the First Year)

“Für Sie selbst und Ihr Kind: Vernachlässigen Sie nicht Ihre künstlerische Begabung. Wenn Sie nach den Farben und etwas Recycling-Papier greifen oder sich 15 Minuten ans Klavier setzen, während die Lasagne im Ofen ist, werden Ihre Kinder wahrscheinlich etwas ähnliches tun. Sie werden nicht genau zu demselben Ergebnis kommen wie Sie, doch sie werden das Muster übernehmen.“
—Robyn Spizman and Evelyn Sacks, , Essen, schlafen, spielen: Wie Sie für weniger sogar mehr aus dem Tag Ihres Kindes holen (Eat, Nap, Play: How to Get Even More Out of Your Child’s Day For Less)



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WAS MÜTTER DAZU SAGEN

“Meine 6 ½ Monate alte Tochter spielt liebend gerne mit verschiedenen Stoffspielzeugen, die Baumelteile haben und Geräusche machen – ganz besonders gerne mit einem lilafarbenen Elefanten. Dies war das erste Spielzeug, nach dem sie jemals mit beiden Händen gegriffen und dann an ihre Brust gedrückt hat.“
—Sarah

“Meine 7 Monate alte Tochter plappert “Ba-ba-ba” und “Da-da-da,” grabscht nach Spielzeugen, untersucht sie und versucht, sie zu essen. Sie liebt ihre Rasseln, lässt sie fallen, wirft sie und beginnt wieder von vorne. Wir kullern gerne mit ihr auf dem Boden herum und meine zwei älteren Jungs lieben es, sich zu ihr hinunterzubeugen und auf Augenhöhe mit ihr zu sprechen. Wenn ich in der Küche bin, setze ich sie in den Hochstuhl und lasse sie mit Löffeln und sauberen Geschirrtüchern spielen. So hat sie das Gefühl, bei dem dabei zu sein, was ich gerade tue.“
—Sorrel

“Meine Tochter ist fast 12 Monate alt und LIEBT Würfel. Sie beginnt bereits zu verstehen, wie die Formen zusammenpassen und sie liebt es, einen Ball zu werfen und dann loszujagen, um ihn zu holen. Sie zerknäult und zerreißt gerne Papier und läuft bereits mit Hilfestellung. Sie mag jede Art der Musik und liebt auch Aufklappbücher. Wir spielen oft Fangen und Verstecken. Dabei krabbele auch ich auf dem Boden herum. Dabei hat sie großen Spaß.“
—Beth



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SPIELTIPPS

Spielen Sie “Springfrosch”:

Hüpfübungen kräftigen die kleinen Beine und fördern die Entwicklung der Grobmotorik.

  • Fassen Sie Ihr Baby unter den Armen und lassen Sie seine Füße Ihre Beine berühren.
  • Wie bei “Hoppe, hoppe, Reiter“ lassen Sie es nun abwechselnd hochhüpfen.

Hindernislauf:

Fördern Sie die Grobmotorik und Fähigkeit zur Problemlösung, indem Sie weiche Hindernisse in den Weg Ihres Kindes legen.

  • Sobald Ihr Kind schon sicher krabbelt, können Sie einen einfachen Hindernisparcours gestalten.
  • Legen Sie Kissen, gestapelte Decken oder Polster aus, über die es hinweg- oder um die es herumkrabbeln kann.

Bällchenspaß:

Babys lieben Bälle. Sobald Ihr Baby sitzen kann, ist es bereit für den Vorboten des Fangens. Es fördert die frühe Hand-Augen-Koordination und ist wichtig für das spätere Fangen und Werfen.

  • Rollen Sie einen Ball zu Ihrem Baby.
  • Fordern Sie es liebevoll dazu auf, denn Ball zu Ihnen zurückzustoßen.
  • Tipp: Machen Sie dazu lustige Geräusche.
  • Setzen Sie Ihr Kind zwischen Ihre Beine. Bitten Sie jemand anderen darum, den Ball langsam zu Ihnen zu rollen und versuchen Sie vorsichtig, den Ball mit den Beinchen Ihres Babys zu “fangen“.

Lesen Sie Ihrem Baby vor:

Obwohl Ihr Kind natürlich noch nicht alles verstehen kann, das Sie sagen, beginnen Babys im Alter von 6 bis 12 Monaten damit, die Sprache zu begreifen – und sie lieben die Stimme der Eltern.

  • Ihr Kind beginnt zu verstehen, dass Bücher Seiten haben, die in einer Reihenfolge angeordnet sind und dass eine bestimmte Seite oben sein muss. Außerdem begreifen sie, dass Geschichten einen Anfang, ein Mittelteil und ein Ende haben.
  • Es wird die Geborgenheit lieben, die es während Ihrer ganz besonderen Vorlesezeit verspürt. Außerdem wird es vielleicht sogar eine Liebe zu Büchern entwickeln.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, auf bestimmte Dinge im Buch zu zeigen.
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