In nur einem Jahr hat sich Ihr Schatz von einem hilflosen Baby zu einem liebenswerten Kleinkind entwickelt. Mit 12 Monaten verbringt er die meiste Zeit damit, seine Grobmotorik weiterzuentwickeln, und zwar einen wackeligen Schritt nach dem anderen. “Schau Mami, ohne festzuhalten!” Plumps, hingefallen? Klein Problem! Mit einem Kichern oder Gurren und der Hilfe seiner kleinen Hände richtet er sich schnell wieder auf. Gleichzeitig verbessert er seine Feinmotorik – er ergreift, zwickt und klatscht auf alles, das gerade in Sichtweite ist.
Manche Kinder sprechen in dieser Phase schon, andere noch nicht. Egal, was Ihr Kind bereits in Worten ausdrücken kann, Sie können sicher sein, dass so oder so ein großer Schritt des Verstehens stattfindet. Zeichensprache ist ein prima Weg, die motorischen Fähigkeiten zu fördern und gleichzeitig mit dem Sprachverständnis zu kombinieren. Zeigen Sie Ihrem Kind die einfachen Zeichen für “essen” und “trinken” und machen Sie sich bereit, die Bestellung aufzunehmen!
Grobmotorik:
Ihr Kind beginnt nun zu laufen, zunächst noch mit einer wackeligen und breiten Beinhaltung. Aber wundern Sie sich nicht, wenn es sich plötzlich auf alle Viere hinunterlässt, um ein neues Spielzeug schneller zu erreichen. Sobald es aber über ein besseres Gleichgewicht verfügt, wird seine Haltung enger und die Laufbewegung sicherer. Außerdem kann es lostapsen und gleichzeitig sein Kuscheltier festhalten.
P.S.: Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind wieder in die Krabbelbewegung zurückfällt. Kinder können sich unglaublich gut selbst motivieren. Es benötigt keine Belohnungen oder besondere Übungen. Es wird wieder ganz alleine versuchen, auf die Füße zu kommen.
Feinmotorik:
Ihr Kind greift nach Spielzeug, indem es den besonders wichtigen Pinzettengriff (Daumen und Zeigefinger) einsetzt. Es stupst das Spielzeug mit dem Zeigefinger an und drückt es zusammen, um herauszufinden, ob es ein Geräusch macht. Außerdem kann es schon Sachen stapeln. Schon im Alter von ungefähr 18 Monaten wird es einen Turm bauen können, der mehrere Bauklötzchen hoch ist.
P.S.: Einen Turm aus Bauklötzchen zu bauen ist schwieriger, als es aussieht. Es sieht vielleicht nach langweiligen Wiederholungen aus, doch für ein Kleinkind bedeutet dies eine Handlung mit vielen Schritten und Herausforderungen. Zum Beispiel muss es lernen, dem Impuls zu widerstehen, den Turm umzuwerfen, wenn er nur ein paar Etagen hoch ist.
Kognitive Fähigkeiten:
Das Gehirn Ihres Kindes ist wirklich beschäftigt, wenn es sein Erinnerungsvermögen verfeinert und Objekte auf jede erdenkliche Art und Weise untersucht. Wie ein verrückter Wissenschaftler überprüft es ein Spielzeug auf Herz und Nieren, um herauszufinden, was es kann. Es stupst und knufft die Spielsachen, um sie zu fühlen, klatscht und schlägt sie, um zu erforschen, welche Geräusche erklingen. Dann lässt es sie fallen, um zu erfahren, wie schnell sie sich drehen. Der Schlüssel zu alledem ist die Wiederholung. Jedes Mal, wenn Ihr Kind eine Handlung wiederholt, hat es nicht nur einfach Spaß – es verbessert eine Fähigkeit.
P.S.: Für Ihr Kind ist alles ein einziges Experiment, sogar, wenn es seine Erbsen aus dem Hochstuhl wirft. Als Erwachsene wissen wir, wie die Schwerkraft funktioniert, doch ein Kind ist davon fasziniert. Vielleicht erzielt Ihr Kind durch das Hinabwerfen der Erbsen auch eine Reaktion von Ihnen – auch das bedeutet für Ihren Schatz ein weiteres Experiment.
Emotionale und soziale Fähigkeiten:
Tränen und Wutanfälle sind nicht ungewöhnlich, wenn Ihr Kind die ersten Erfahrungen mit Trennungsängsten und Frustationen macht. Vielleicht kommt auch der ein oder andere Trotzanfall vor, wenn jemand anderes als seine Mama versucht, es zu seinem Lieblingsspiel zu ermuntern. Ihr Kind entwickelt ein Gedächtnis dafür, wer seine Bezugsperson ist und bei wem es sich sicher fühlt. Dadurch entsteht eine Vorliebe für bestimmte Menschen und Spielzeuge. Es ahmt außerdem immer noch gerne andere Personen nach – eine tolle Möglichkeit für fröhliche Nachahmungsspiele.
P.S.: Ein Kleinkind erwartet, dass es alles bekommt, was es will. Manchmal jedoch übersteigt seine Erwartungshaltung seine eigenen Fähigkeiten. In dieser Phase lernt es etwas über sich selbst und wenn es nicht bekommt, was es möchte (oder daran scheitert, eine Handlung, die es sich in den Kopf gesetzt hat, auszuführen), ist ein Wutanfall die einfachste Art, Ihnen diese Unzufriedenheit mitzuteilen. Nehmen Sie derlei Trotzanfälle nicht persönlich, sondern sehen Sie sie als Teil seines Entwicklungsprozesses an. (Das ist natürlich einfacher gesagt, als manchmal getan.)
Zurück zu: Anfang
- Spielzeuge, die die Entwicklung der Feinmotorik, des Pinzettengriffs und der Hand-Augen-Koordination fördern: Bauklötze, Schachtel- und Stapelspielzeug.
- Spielzeuge, die die Kreativität fördern: Fingerfarben, große Wachsmalstifte und Bastelpapier.
- Spielzeuge, die zur Problemlösung anregen: Förmchensortierer, einfache Puzzles.
- Spielzeuge, die die Entwicklung der Grobmotorik fördern: Schiebespielzeug, Rutschefahrzeuge, Hüpfspielzeug.
- Spielzeuge, die das Prinzip von Ursache und Wirkung vermitteln: Musikspielzeug, kindgerechte Schlaginstrumente (z.B. Trommeln, Schellen, Becken).
- Spielzeuge, die zum Rollenspiel motivieren: Spieltelefone, Spielzeug-Rasenmäher, kleinkindgerechte Golfschläger, Puppenwagen und Doktorkoffer.
- Eine Liste aller altersgerechten Playskool-Spielzeuge finden Sie hier.
Zurück zu: Anfang
“Spielen ist für ein Kind noch immer die wirkungsvollste Art des Lernens. Im Spiel kann es viele verschiedene Situationen und Handlungen ausprobieren und herausfinden, welche am besten funktioniert. Die Bedeutung des Spielens für ein kleines Kind kann kaum überbewertet werden.“
—T. Berry Brazelton, M.D., Berührungspunkte von der Geburt bis zu 3 Jahren (Touchpoints Birth to Three)
“In einer Spielgruppe können Kleinkinder ihr Sozialverhalten trainieren und gleichzeitig die Gesellschaft und Kameradschaft anderer Kinder genießen (oder zumindest lernen, diese zu genießen). Aber Spielgruppen sind für Eltern genauso nützlich wie für ihre Kinder. Horrorgeschichten auszutauschen und zu sehen und zu hören, dass man nicht alleine ist – dass das eigene Kind nicht das einzige ist, das manchmal schwierig ist, nicht das einzige, das schlägt oder beißt, nicht das einzige, das Wutanfälle an den Tag legt oder nicht das einzige, das ausschließlich Süßigkeiten essen möchte – diese Erfahrung kann extrem wohltuend sein.“
—Heidi Murkoff, Arlene Eisenberg and Sandee Hathaway, B.S.N., Was einen in der Kleinkindphase erwartet (What to Expect: the Toddler Years)
Zurück zu: Anfang
“Als meine Tochter 13 Monate alt war, fand sie es toll, wenn ich vorgab zu schlafen und sie “Mami” spielen durfte. Sie deckte mich zu und streichelte meinen Rücken. Es war ein schönes, ruhiges Spiel, aber ich denke, es zeigte auch, dass sie verstand, wie man sich um jemanden kümmert, und sie lernte, fantasievoll zu spielen.“
—Emily
“Meine 14 Monate alte Tochter ist fasziniert von den kleineren Kindern in ihrer Kinderkrippe. Wenn ich sie abhole, sagt sie ihnen gerne Tschüss und sagt dann manchmal den ganzen Nachhauseweg lang: “Tschüss, tschüss, Baby“.
—Allison
“Meine einjährige Tochter fällt ziemlich oft hin, wenn sie mit ihren Spielsachen spielt und versucht, sich hochzuziehen, um sich an ihren Spieltisch zu stellen. Wir lieben es, dass sie es immer wieder versucht. Sie wischt sich einfach ab und probiert es noch einmal.“
—Tracy
Zurück zu: Anfang
Singen Sie ein Lied:
Nun ist es Zeit, gemeinsam mit Ihrem Kind in Ihrem Wohnzimmer zu singen. Ihr Kleines wird zwar noch nicht in der Lage sein, gleich von Anfang an alles, was Sie tun, nachzumachen, aber sein Wunsch, Sie zu imitieren, wird stark sein. Hier können Koordination, Motorik und Sprache Ihres Kindes gefördert werden, während es enorm viel Spaß dabei hat, zur Musik zu wackeln und zu hüpfen.
- Singen Sie Ihrem Kind Lieder vor, die visuelle und körperliche Komponenten haben, wie z.B. “Imse, Wimse, Spinne.”
- Singen Sie Lieder, mit welchen die Bezeichnung der Körperteile erlernt werden können, z.B. “Kopf, Schulter, Knie und Fuß.”
- Tanzen Sie immer mit – egal, was Sie gerade singen. Gehen Sie in die Knie, drehen Sie sich und springen und laufen Sie zum Rhythmus der Musik. Probieren Sie Lieder mit unterschiedlichem Rhythmus aus und Lieder, die langsam oder schnell sind.
- Denken Sie sich selbst ein Thema aus (z.B. ein bestimmtes Tier) und führen Sie dazu die entsprechenden Bewegungen aus.
Gründen Sie eine Spielgruppe:
In dieser Entwicklungsphase legt Ihr Kind die Grundlage für paralleles Spiel. Sein Spiel wird jedoch noch sehr unstrukturiert und größtenteils selbstbezogen sein. Vielleicht drückt es zu diesem Zeitpunkt seine Vorliebe zu einem bestimmten Kind aus und scheint, andere zu ignorieren. All dies ist Teil einer normalen sozialen Entwicklung.
- • Halten Sie die Gruppe klein, um eine Reizüberflutung zu vermeiden (es sollten nicht mehr als 6 Kinder sein).
- Achten Sie darauf, dass viele Spielzeuge zur Verfügung stehen, die zum Teilen und Miteinanderspielen ermutigen. Denken Sie an Malmaterial, große Bücher, unterschiedlich große Bälle, Sandspielzeug und Spiel-Nahrungsmittel (z.B. kindgerechte Spiel-Kunststoffäpfel).
- Jedes Kind sollte ein Elternteil oder eine Bezugsperson in seiner Nähe haben, damit es sich auch bei einem eventuellen Wut- oder Heulanfall sicher und geborgen fühlt. Am besten ist es, wenn für Geschwisterkinder auch mehrere Bezugspersonen vorhanden sind. Im Falle einer Spannung ist es hilfreich, wenn jedes einzelne Kind eine Bezugsperson hat, die es liebevoll in den Arm nehmen kann.
Werden Sie zum Bücherwurm:
Vorlesen ist wichtig, um die Sprache zu erlernen. Je öfter Sie Ihrem Kind also in jungen Jahren vorlesen, desto einfacher kann es später für Ihr Kind sein, sprechen zu lernen. Dabei müssen Kinderbücher nicht nur auf die allabendliche Gutenacht-Geschichte begrenzt werden. Lassen Sie sie zu einem Teil der Spielzeit werden.
- Wählen Sie stabile Bücher aus Kunststoff oder Karton und behandeln Sie sie während des Spiels wie jedes andere Spielzeug auch.
- Machen Sie sich auf die Suche nach soliden Büchern, die Überraschungen oder Dinge zum Herausklappen bergen.
- Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, verschiedene Bücher zu stapeln, mit ihnen Häuser zu bauen oder sie spielerisch zu anderen Objekten umzufunktionieren. (Ein Zug aus Büchern? Warum nicht?!)
Machen Sie die “Badezeit” zur “Spaßzeit“:
Wenn Sie eine alltägliche Situation mit Spiel und Spaß verbinden, zeigt dies nicht nur Ihre Liebe, sondern motiviert Ihr Kind auch dazu, kooperativ zu sein. Außerdem geben derlei Routine-Situationen Ihrem Kind ein Gefühl von Sicherheit, denn es weiß, was es erwarten kann.
- Um sich nach einem langen Tag zu entspannen, können Sie Ihrem Kind sein Lieblingslied vorsingen, während Sie es badefertig machen.
- Dann füllen Sie Baby-Badeschaum (bestenfalls mit Blubberblasen) in die Wanne, während Sie sie einlaufen lassen. So können Sie die Sinne anregen.
- Um die Selbständigkeit zu fördern, lassen Sie es aus einer kleinen Auswahl kindgerechter Badewannen-Spielzeuge eines auswählen.
- Lassen Sie es vorsichtig die Erfahrung machen, sich mit Ihrer sicheren Hilfe im Wasser zu bewegen. Bewegen Sie z.B. ein Händchen kurz unter der Wasseroberfläche vor und zurück.
Tanzen Sie mit der ganzen Familie:
Während Ihr Kind tanzt, werden Grobmotorik und Taktgefühl trainiert. Außerdem hat es Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten, da die Gehirnstränge, die zur Verarbeitung von Musik eingesetzt werden, später auch für das abstrakte und mathematische Denken verwendet werden.
- Beginnen Sie, indem Sie Ihrem Kind zeigen, woher die Musik kommen wird (aus dem Computer, dem CD-Player oder einer anderen Quelle). Dann helfen Sie ihm dabei, den “Play”-Knopf zu drücken, um die Musik zu starten. (Dies schult das Verstehen von Ursache und Wirkung und fördert außerdem die Neugierde.)
- Spielen Sie zunächst ein paar Takte ab und tanzen Sie dann alle gleichzeitig (Mama, Papa, Geschwister) spontan drauf los. Ihr Kleines wird begeistert sein und schon bald mitmachen und versuchen, Ihre Bewegungen nachzuahmen.
- Schnappen Sie sich etwas, das Geräusche macht, und gründen Sie Ihre eigene Tanzgruppe. Sie müssen die Musik nicht immer den Profis überlassen.
Guck-guck:
“Guck-guck” ist ein klassisches Lieblingsspiel von Kleinkindern. Kinder lernen hierbei das Prinzip der Objektbeständigkeit, d.h., sie lernen zu verstehen, dass ein Mensch oder ein Gegenstand immer noch da ist, auch, wenn man ihn nicht sehen kann.
- Probieren Sie Varianten dieses beliebten Spiels aus. Lassen Sie Ihr Kind zusehen, wie Sie hinter die Couch oder einen Vorhang schreiten und vor seinen Augen verschwinden. Strecken Sie nach ein paar Sekunden den Kopf hervor und rufen Sie “Buh!“. Verstecken Sie sich wieder und warten Sie, bis Ihr Kind näher herankommt. Dann strecken Sie Ihren Kopf wieder heraus.
- Sie können diese Spielvariante auch mit einem Kuscheltier spielen. Wie bei einem Puppentheater können Sie es unter und über die Couch hüpfen lassen und “Buh!” mit einer Comicstimme rufen.
Zurück zu: Anfang